Jonathan Wolf (links) und Antonio Hertlein (rechts)

SPD will mehr bezahlbaren Wohnraum schaffen

Bei ihrem ersten Stammtisch haben der Landtagskandidat Jonathan Wolf und Ersatzkandidat Antonio Hertlein gemeinsam mit vielen Interessierten über die Wohnungspolitik in Baden-Württemberg diskutiert. „Wohnen ist ein Grundrecht“, betont der Meckenbeurer Gemeinderat Wolf. „Bei diesem Grundrecht geht es aber nicht nur um die eigenen vier Wände. Wohnen ist genauso wichtig für unsere Heimat, denn nur wo wir wohnen, können wir uns auch wirklich zuhause fühlen.“ Das klassische baden-württembergische Motto ‚Schaffe, schaffe, Häusle baue‘ gelte zwar heute noch, leider seien nur viele der gebauten Häuser und Wohnungen zu teuer. „Natürlich ist das eigene Haus wichtig. Aber Ein- und Zweifamilienhäuser allein bringen uns nicht weiter, gerade wenn wir neues Bauland ausweisen“, konstatiert Wolf.Bezahlbarer Wohnraum sei aber besonders für eine wirtschaftsstarke Region wie Ravensburg wichtig, um auch in Zukunft Fachkräfte zu gewinnen und ein attraktiver Standort zu bleiben. „Wohnungspolitik ist Wirtschaftspolitik“, fasst der zweifache Vater Wolf zusammen. Deshalb brauche es auf Landesebene eine Landeswohnbaugesellschaft, die flächendeckend dabei helfe, bezahlbaren Wohnraum zu bauen. Genauso seien kommunale Flächenmanager und eine bessere Nachverdichtung nötig. An vielen Stellen gebe es auch zu viele Ferienwohnungen. „Wir müssen problematischen Investoren einen Riegel vorschieben. Gewinnmaximierung darf nicht das Ziel des Bauens sein“, fordert Wolf. „Wohnungsbau ist öffentliche Aufgabe und Daseinsvorsorge. Wir wollen als SPD deshalb in Baden-Württemberg 500.000 neue Wohnungen bauen“.Sein Ersatzkandidat Hertlein hob dabei auch den Mietendeckel hervor: „Gerade die großen Wohnungsbaukonzerne müssen wir bei Bestandsmieten stärker regulieren. Hier kann auch ein Mietendeckel helfen, den die Kommunen jeweils selbstständig aktivieren können.“ Zudem müssten Modelle wie das Erbpachtrecht in Betracht gezogen werden, um möglichst viele Flächen in kommunaler Hand zu halten.In der regen Diskussion meldeten sich sowohl Experten als auch Betroffene zu Wort. Christian Mayer, Projektmitarbeiter bei der Caritas Oberschwaben und für den Bereich Wohnen zuständig, forderte, den demographischen Wandel zu berücksichtigen und altersgerechte Wohnstrukturen zu schaffen. Ebenso müsste stärker gegen Leerstand vorgegangen werden, auch wenn dies im Einzelfall oft eine herausfordernde Aufgabe sei.

Zur Sprache kam auch die Frage, wie es älteren Menschen ermöglicht werden könne, in kleinere Wohnungen zu ziehen. Mehrere Betroffene berichten aus eigener Erfahrung, wie schwer es einerseits sei, überhaupt eine kleinere Wohnung zu finden, sich andererseits aber auch von der eigenen, oft jahrzehntelang genutzten Wohnung zu trennen.„Um hier wirkliche Fortschritte zu erzielen braucht es kommunale Kümmerer und ein durchdachtes Quartiersmanagement“, fordert SPD-Landtagskandidat Wolf. Zugleich zeige dies wieder, wie wichtig es sei, allgemein mehr bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung zu stellen. „Wir müssen als Gesellschaft zusammenrücken. Und wir müssen als Einzelne an der einen oder anderen Stelle auch die eigenen Ansprüche kritisch überprüfen“, resümiert Wolf.Der nächste Stammtisch zu der Bildung findet am 18.02.2021 um 18.00 Uhr statt. Der Link ist über www.wolf-hertlein.de verfügbar.